Heilerziehungspflege
Stundentafel

Module der Ausbildung

  • Tätigkeitsfelder und professionelles Selbstkonzept
  • Grundlagen und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens
  • Grundlagen der Sozial- und Erziehungswissenschaften
  • Entwicklungsprozesse erklären, beobachten und dokumentieren
  • Grundlagen pflegerischen Handelns und Pharmakologie
  • Entwicklungspsychologische Grundlagen
  • Spezielle Pathologie
  • Individuelle Bildungsansprüche von Menschen mit Unterstützungsbedarf
  • Qualitätsmanagement in der Heilerziehungspflege

Berufspraktische Ausbildung

Die berufspraktische Ausbildung findet in Praxiseinrichtungen statt, die nach ihren personellen und sächlichen Bedingungen hierfür geeignet sind und untergliedert sich in vier Praxismodule:

  • Im ersten Ausbildungsjahr findet ein Praxismodul im Umfang von neun Wochen,
  • im zweiten Ausbildungsjahr zwei Praxismodule von neun und acht Wochen und
  • im 6. Ausbildungshalbjahr ein Praxismodul (Abschlusspraktikum) von 14 Wochen statt.

1. Aufgaben und Tätigkeit

Heilerziehungspfleger/innen arbeiten als Fachkräfte für Pflege, Betreuung und Erziehung behinderter Menschen selbständig und in Kooperation mit anderen Berufsgruppen, mit einzelnen Behinderten und in kleinen Gruppen. Sie planen heilerziehungspflegerische / erzieherische Maßnahmen, führen sie durch und reflektieren sie.

Heilerziehungspfleger/innen unterscheiden sich von Erziehern/innen darin, dass sie über ein umfangreiches Wissen speziell über Behinderung, Pflege, Erziehung, Förderung und Begleitung solcher Bezugsgruppen verfügen, die von Behinderung bedroht und/oder behindert sind. Heilerziehungspfleger/innen vereinen pädagogische und pflegerische Kompetenzen in ihrer beruflichen Tätigkeit.

Sie orientieren sich als Begleiter/innen der behinderten Menschen am Lebenslauf und den Fähigkeiten der einzelnen, an der Situation der Gruppe und den institutionellen Konzepten und reflektieren auf dieser Basis Ziele und Arbeitsweisen. So arbeiten sie als tägliche Ansprechpartner mit anderen Fachleuten (Erzieher, Heilpädagogen, Krankenpfleger, Psychologen, Therapeuten, Motopädagogen u.a.) zusammen.

Von Heilerziehungspflegern/innen wird die Integration emotionaler, kognitiver und sozialer Kompetenz erwartet. Das erfordert neben einem Höchstmaß an Fachlichkeit die Bereitschaft, Bezugsperson, Partner, Orientierungspunkt und Halt zu sein.

2. Zielsetzung der Ausbildung

Ziel der Ausbildung ist die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten, die zu einer selbständigen und eigenverantwortlichen ganzheitlichen Pflege, Erziehung und Förderung behinderter Menschen befähigen. Die Ausbildung erstreckt sich besonders auf folgende Aufgabenbereiche:

  • Individuelle Begleitung des behinderten Menschen im Alltag mit der Sorge um körperliches und seelisches Wohlbefinden
  • die Planung, Gestaltung und Reflexion einer individuellen Förderung
  • die Begleitung und Förderung des behinderten Menschen in Wohn- und Arbeitsgruppen
  • Unterstützung bei der Freizeitgestaltung
  • Anleitung und berufliche Förderung
  • Anregung zur Entfaltung der Kreativität
  • Integration des Behinderten in die Öffentlichkeit und seine Eingliederung in soziale Bezüge

3. Struktur und Inhalt des Lehrgangs

Pflichtbereich 4 380 Gesamtstunden:

  • davon fachtheoretischer Lernbereich 2 580 Unterrichtsstunden
  • fachpraktischer Lernbereich 1 680 Unterrichtsstunden

4. Struktur und Inhalt der Ausbildung

Die fachtheoretische Ausbildung dauert 3 Jahre. Die Ausbildung endet mit einer mündlichen, schriftlichen sowie einer praktischen Abschlussprüfung. Der/die Fachschüler/in erhält mit dem Abschlusszeugnis die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger".

Dem theoretischen Unterricht liegen Lehrpläne des Landes Thüringen zu Grunde sowie Stoffpläne, die auf dem Lehrplan des Landes Bayern beruhen und Orientierung geben, bis in diesen Fächern Thüringer Lehrpläne fertiggestellt sind. Schwerpunkte der Ausbildung bilden u.a. die folgenden Aspekte:

  1. Vermittlung von Wissen und Sachinformationen
  2. Lernen durch Erfahrungen (Praktische Übungen)
  3. Erhöhung Selbst- und Fremdwahrnehmung

Den Lehrgangseinstieg bildet die Vermittlung von Grundlagenwissen. Hierzu gehören u.a.: Kenntnisse über die ganzheitliche Pflege, Erziehung und Förderung von Behinderten, sowie Krankheitslehre, Berufs- und Rechtskunde und den allgemeinbildenden Lernbereich (Deutsch, Sozialkunde). Ergänzt wird diese Vermittlung von Kenntnissen durch einen intensiven Erfahrungsaustausch zur Reflexion pädagogischer/psychologischer Fragen. Besonderer Wert wird in den Fächern Kommunikation, Werken und Gestalten, Spiel, Hauswirtschaft, Bewegungserziehung und Pflege von behinderten Menschen auf die Aneignung entsprechender Fähigkeiten und Fertigkeiten gelegt. Die Ausbildung besteht aus dreiwöchigen Theorie- und Praxisblöcken, die im Wechsel durchgeführt werden.

 

5. Abschluss

Die Ausbildung endet nach bestandener Prüfung mit dem Berufsabschluss und der staatlichen Anerkennung als „Staatlich anerkannte ( r ) Heilerziehungspfleger/In".